#7 Dopaminfalle
Shownotes
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Kennst du das Gefühl, alles erreicht zu haben – und trotzdem irgendwie leer zu sein? Das ist kein Charakterfehler und keine Undankbarkeit. Das ist Neurobiologie. In dieser Folge geht es um die Dopaminfalle: warum dein Gehirn sich an Erfolge, Konsum und Kicks gewöhnt – und was du konkret dagegen tun kannst. Was ist Dopamin wirklich? Dopamin ist nicht das „Glückshormon" – es ist das Antriebs- und Erwartungshormon. Es wird ausgeschüttet, wenn du auf ein Ziel zugehst, nicht wenn du es erreichst. Und genau da liegt das Problem: Das Gehirn entwickelt Toleranz. Je mehr Dopaminreize du bekommst, desto unempfindlicher wird das System – eine sogenannte Downregulation der Rezeptoren. Hedonische Adaptation & die hedonistische Tretmühle Die Studie von Philip Brickman (1978) zeigt: Lotteriegewinner sind 18 Monate nach dem Gewinn nicht glücklicher als andere – berichten aber von deutlich weniger Freude an Alltagsdingen. Michael Eysenck nannte das Phänomen die „hedonistische Tretmühle": Positive Erlebnisse verpuffen, die Baseline bleibt. Unternehmer & Highperformer: Wenn Erfolg zur Droge wird Abschlüsse, Umsatzzahlen, Wachstum – das Gehirn verarbeitet diese Kicks genauso wie Konsum. Das Nervensystem lernt: Pause = kein Dopamin. Also wird Pause automatisch vermieden. Eine Veröffentlichung im Fachjournal des National Institute of Health beschreibt Workaholism anhand derselben acht Kriterien wie substanzgebundene Abhängigkeiten – Toleranzentwicklung, Entzugssymptome, Stimmungsregulation über Arbeit, Kontrollverlust. Mangel-Drive: Was kompensierst du eigentlich? Wer seinen Selbstwert an Leistung koppelt, braucht den nächsten Erfolg nicht als Geschäftsergebnis – sondern zur Selbstregulierung. Das löchrige Gefäß: Äußere Erfolge können innere Leerstellen nicht dauerhaft füllen. Dopaminfalle und Mangel-Drive verstärken sich gegenseitig. Persönliche Erfahrung: Sylt im Winter Anne-Marie beschreibt ihre Zeit am Lanserhof auf Sylt – wenig Input, viel Stille, anfangs echtes Unwohlsein. Und dann, nach Wochen: Ein Strandspaziergang fühlte sich wieder bedeutsam an. Die Dopaminschwelle hatte sich gesenkt. Das System war rekalibrierbar. Drei konkrete Ansätze:
Bestandsaufnahme: Woher kommt dein Dopamin täglich – und wie viel davon ist wirklich bedeutungsvoll? Reizreduktion: Phasen ohne Stimulation sind keine Wellness-Option, sondern Systempflege. Das Gehirn kann sich rekalibrieren – aber es braucht Zeit und Regelmäßigkeit. Kleine Dinge wieder reinlassen: Der Spaziergang war immer da. Die Fähigkeit, ihn zu fühlen, war weg. Meditation, Natur, Stille – nicht kompliziert, aber konsequent.
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00:00:04: Du kennst das wahrscheinlich.
00:00:27: Du kaufst dir was Neues, sagen wir ein neues iPhone oder ein neues Auto und ... Für einen kurzen Moment, vielleicht sogar ein paar Tage ist da dieses Gefühl.
00:00:39: Das Ding ist schön das Ding macht dich irgendwie glücklich und dann ganz schleichend wird es einfach dein Auto oder dein Handy oder deinen Alltag oder du erreichst deine Ziele und entwickelst dich weiter.
00:00:52: wenn ich irgendwann X habe dann aber das Leben was du dir immer erträumt hast ist dann halt einfach dein Leben Und das Gehalt, von dem du vielleicht als Teenager geträumt hast ist dann halt dein Gehalt.
00:01:06: Ganz still schweigend wird also aus Boah!
00:01:09: Das wäre cool.
00:01:10: ein ja normal oder status quo und das Ziel wird weiter oben gesteckt höher schneller weiter immer weiter oben.
00:01:20: und es kennt irgendwie jeder.
00:01:22: und die meisten zucken mit den Schulden und sagen Ja man gewöhnt sich halt an alles.
00:01:26: das stimmt nur dass wir daraus meistens auch irgendwie die falschen Konsequenzen ziehen.
00:01:31: Wir kaufen das nächste Ding, buchen den nächsten Urlaub der ein bisschen weiter geht.
00:01:36: Ein bisschen teurer ist und ein bisschen krasser soll es auch irgendwie jedes Mal sein.
00:01:40: Und wir suchen immer das nächste Level weil das alte Level sich irgendwie nicht mehr anfühlt wie das richtige Level.
00:01:51: Und irgendwann merkt man die Abstände werden immer kürzer dauert immer weniger an.
00:01:59: Und man ist eigentlich schon wieder unterwegs zum nächsten Ding, bevor das aktuelle überhaupt richtig angekommen ist.
00:02:06: Bevor ich das aktuelle vielleicht überhaupt richtig feier.
00:02:10: Genauso Erfolge, Abschlüsse, Umsätze, Partys was auch immer.
00:02:14: Immer wieder kommt der Kek aber es braucht direkt dann wieder das nächste Krassere.
00:02:19: und je mehr wir haben, desto mehr braucht es dann auch irgendwie.
00:02:23: Deshalb habe ich im Lansehof auch viele Leute gesehen, die führen ein unnormal krasses Leben.
00:02:30: Von außen denkt man, krass so Jet Set Live, Partys, Bungie Jumping irgendwo in der Wüste.
00:02:36: Das alles scheint dann wirklich keine Grenzen zu haben und wir denken dann so ein krasses leben.
00:02:42: aber die Leute saßen halt vor mir und waren tief unzufrieden.
00:02:47: den fehlte der Kick nichts reichte mehr Nichts macht er auch so richtig glücklich mehr.
00:02:55: Und die Ursache für das Phänomen ist, wie wir sie oft nennen, Dopaminfalle.
00:03:00: Also die Anpassung der Dopaminschwelle und genau darum geht es heute.
00:03:05: Was es damit auf sich hat, wie's entsteht und warum es wichtig ist, dass du da gegenwirkst.
00:03:12: Auch natürlich, wie du gegenwirken kannst.
00:03:14: Damit du endlich langfristig wieder glücklich sein kannst was du hast, auch spürst und genießen kannst.
00:03:24: Weil das ist egal wer du bist wahrscheinlich mehr als du denkst und fühlst.
00:03:29: also was du hasst und wisst und alles ist wahrscheinlich mehr, als du wahrnehmen kannst.
00:03:36: Also... Was ist diese Dopaminfalle?
00:03:38: Und warum ist das Thema auch aktuell wie nie zuvor?
00:03:42: Ich meine wir leben gerade in der Zeit die unser Belohnungssystem auf eine Art und Weise beansprucht für die es auch einfach nicht gebaut wurde, muss man sagen.
00:03:51: Also unser Gehirn hat sich über hunderttausende von Jahren ja entwickelt und in einer Welt in der früher Belohnungen selten waren.
00:04:02: Ja, man fühlt ein gutes Stück Fleisch oder eine sichere Schlafstätte hat kämpfen müssen!
00:04:06: Und unser Gehörn funktioniert oft noch genauso wie damals weil wir eben so oft das Überleben getrimmt wurden.
00:04:13: Und das Dopamin, also das Hormonum, dass es heute hauptsächlich geht hat dabei eine superklare Funktion gehabt.
00:04:21: Es sollte uns motivieren.
00:04:23: Also motivieren auf Ziele zuzugehen – die Jagdantreiben, das Überlebensichern.
00:04:29: und heute wächst man auf und kann in dreißig Sekunden Pizza bestellen oder auf Instagram Zehntausend neue Eindrücke irgendwie konsumieren.
00:04:39: Reales schnelles Dopamin!
00:04:41: Eine neue Serie starten, eine neue App-Downloaden.
00:04:47: Das Belohnungssystem bekommt also immer mehr Input in einer Stunde als unsere Vorfahren vielleicht in einer Woche gehabt und irgendwann schützt sich das Gehirn ja auch.
00:04:58: Es passt sich an es wird weniger empfindlich und dieser Mechanismus ist der Kern von dem worüber wir heute auch reden.
00:05:06: Dopamin ist nicht das Glückshormon, auch wichtig zu verstehen.
00:05:09: Das hört man manchmal aber das stimmt so nicht ganz.
00:05:11: Dopamine ist quasi das Erwartungs- und Antriebshormonen Und es wird ausgeschüttet wenn du auf ein Ziel zugehst Wenn du antizipierst dass gleich was Gutes passiert.
00:05:21: Es treibt also die Jagd an Aber nicht des Ankommen und das ist total wichtig.
00:05:26: Also der Moment in dem du das Ziel erreichst ist neurobiologisch gesehen weniger interessant als Der moment kurz davor.
00:05:34: Und jetzt kommt eben das Entscheidende, des Gehirn entwickelnde Toleranz.
00:05:38: Wenn du regelmäßig hohe Dopaminschübe bekommst durch Konsum, durch Erfolge, durch Reize, durch Anerkennung und mehr Input, dann reduziertes Gehirnaktiv die Anzahl- und Empfindlichkeits- und Dopaminrezeptoren.
00:05:52: Das nennt man Downregulationen und es ist ein Schutzmechanismus quasi.
00:05:57: Aber der Effekt ist.
00:05:58: was früher ein Highlight war, ist jetzt halt Baseline.
00:06:02: Du brauchst immer mehr für das selbe Gefühl.
00:06:05: Und es gibt eine ganz spannende Studie des Psychologen Philipp Prickmann aus dem Jahr neunzehn achtundseitzig, die das auf eine total spannende Art zeigt.
00:06:14: Er hat Lottogewinner nämlich und versucht also Menschen, die von einem Tag auf den anderen eine riesige Summe Geld gewonnen hatten.
00:06:22: Also ich glaube, die Mehrzahl von uns sich wünscht!
00:06:26: Die Frage war wie glücklich sind sie dann danach?
00:06:31: Also, achtzehn Monate nach dem Gewinn waren die Lotterie-Gewinner im Schnitt nicht glücklicher als die Menschen, die nie gewonnen hatten.
00:06:39: Und das allein ist schon krass!
00:06:41: Aber der eigentlich spannende Befund?
00:06:44: Die Gewinner berichteten von deutlich weniger Freude an ganz normalen Alltagsdingen als die Kontrollgruppe.
00:06:52: Ein gutes Gespräch, ein schöner Abend und kleine Momente.
00:06:56: Die Schwelle hatte sich so stark nach oben verschoben dass alles was darunter war eben nicht mehr ankam nennt man auch hedonistische Adaption.
00:07:05: Sie trifft jeden, also nur eben unterschiedlich schnell und unterschiedlich intensiv je nachdem wie viel Stimulation man sich eben regelmäßig zuführt.
00:07:13: Und gab auch noch einen britischen Psychologen Eising, wer den kennt?
00:07:18: Der hat das in den neunzigern auf einen sehr spannenden Begriff gebracht.
00:07:21: der nannte das Hedonistisch-Tretmühle finde ich irgendwie auch ganz passend, wenn ich so an meine klassischen Kunden und erfolgreichen Unternehmerkunden denke.
00:07:30: Die Idee dahinter ist nach einem positiven Erlebnis kehren wir erstaunlich schnell wieder zu unserem normalen Glücksniveau zurück also der Effekt verpufft.
00:07:39: das erklärt übrigens auch warum Konsum in unserer Gesellschaft so gut funktioniert als System.
00:07:45: Also du kaufst Spaß kriegst kurz diesen Kick und weil der nicht lange hält Willst du bald wieder neu kaufen?
00:07:52: Und nicht, weil du undankbar bist.
00:07:54: Weil das Gehirn sich angepasst hat und nach dem nächsten Reiz sucht.
00:07:58: Dasselbe passiert übrigens auch mit dem Einkommen.
00:08:01: Mehr Geld macht Menschen nicht so viel glücklicher wie sie vorher gedacht haben.
00:08:04: Die Erwartungen sind natürlich immer riesig!
00:08:06: Wenn ich die nächste Erhöhung bekomme, wenn ich es nächster reiche ... Wir erwarten uns davon eine gewisse Art von Glück.
00:08:13: Die Realität danach ist meistens erstaunlich nüchtern.
00:08:17: Aber Wenn ich mal ehrlich bin, das Prinzip ist so stark.
00:08:20: Ich hab täglich Kunden vor mir sitzen, die mir die Evidenz dieser hedonistischen Trätmühle beweisen.
00:08:27: Aber trotzdem ertappe auch ich mich immer wieder bei dem Gedanken ... wenn ich X habe oder Y erreiche, dann bin ich happy und so weiter.
00:08:35: Und in der Zeit, in der ich am Landsohof auf Sylt gearbeitet hab, hab ich auch die Kehrseite der Dopaminfalle gesehen also die andere Seite sozusagen, also die Reduktion der Dopamintoleranzschwelle.
00:08:47: In der Zeit habe ich auf Sylt gelebt und wer Sylt kennt, im Winter fast alles geschlossen.
00:08:51: Kaum Betrieb, kaum junge Menschen nach der Arbeit super viel alleine gewesen, gab dann letztendlich nur ruhige Strandspaziergänge die man hat machen können wenig Input, wenig Dopamin.
00:09:03: Und die erste Zeit war ehrlich gesagt ziemlich unangenehm.
00:09:06: und das Gefühl was zu verpassen Das Gefühl irgendwie was zu brauchen Irgendeine Unruhe die sich dann so breit macht wenn halt wirklich gar nichts läuft.
00:09:14: Und das System ist so trainiert, von einem Klick zum nächsten zu springen.
00:09:18: Dass die Stille, die man dann hat sich wirklich fast wie in Zug anfühlt.
00:09:23: Ich saß da und war unruhig und unzufrieden weil das System einfach was gesucht hat, was es nicht gefunden hat.
00:09:28: Und dann ganz spannend nach ein paar Wochen und Monaten hat sich etwas total spürbar verändert.
00:09:33: also kleine Dinge einen Strandspaziergang oder ein guter Kaffee am Morgen haben mich auf einmal wieder mehr erfüllt als sonst.
00:09:40: Das habe ich tatsächlich wahrgenommen.
00:09:41: ja oder ein echtes Gespräch mal Zwischendurch.
00:09:44: Kleine Dinge, Rituale alleine Frühstücken also Sachen die vorher irgendwie an mir vorbeigegangen wären weil sie zu klein gewesen werden zu wenig oder zu selbstverständlich habe ich dann auf einmal intensiver gefühlt.
00:09:58: Die haben dann eben wieder gewürgt und auch stärker gewürkt und irgendwie war ich ja happy auch wenn nichts krasses ging Und die Dopaminschwelle hatte sich eben gesenkt.
00:10:08: das System war wieder empfänglich für einfache echte dinge und Das ist auch das was die Forschung ja zeigt.
00:10:14: Wenn man die Expositionen gegenüber hochstimulierenden Aktivitäten reduziert, steigt die Empfindlichkeit der Rezeptoren ja auch wieder.
00:10:21: Und das System kann sich rekalibrieren und es braucht Zeit und Konsequenz aber... ...es funktioniert!
00:10:28: Der Schaden den man quasi hat wenn man sich überstimultiert ist nicht permanent.
00:10:33: Wir können das also wieder zum Glück zurückdrehen.
00:10:37: Auch spannende Frage wie sieht dieses Muster jetzt bei Unternehmern und viel Beschäftigten aus?
00:10:41: Oder bei sehr ehrgeizigen Menschen?
00:10:43: Die Kicks sind hier dann meistens nicht immer nur der Konsum oder Social Media im klassischen Sinn, sondern Abschlüsse, Umsatzzahlen, Wachstum an Erkennungskalierung, Expansion – was auch immer.
00:10:55: Also Dinge die das Gehirn genauso verarbeitet wie den Kauf des neuen Autos.
00:11:00: Kurzes Hoch, kurze Befriedigung und dann sucht das System auch schon wieder nach dem nächsten.
00:11:05: Der Rhythmus ist meistens so, Abschluss kurzes hoch direkt weiter nächstes Projekt!
00:11:10: Nächster Launch, nächstes Quartalsziel.
00:11:13: Und das System lernt Pause bedeutet ja kein Dopamin.
00:11:18: Also wird Pause automatisch vermieden, weil das Nervensystem gelernt hat dass Arbeit der zuverlässige Weg zum Dopamin ist und Erfolge werden dann auch nicht mal gefeiert, man heißt direkt weiter geht.
00:11:30: Und genau an dem Punkt entsteht oft Wirkholissen oder auch in der Folge logischerweise Burnout.
00:11:35: also aus dem Bedürfnis das System irgendwie am Laufen zu halten und den nächsten Kick zu suchen.
00:11:43: Und es gibt da auch eine Veröffentlichung im Fachjournal des National Institute of Health, die Workaholism anhand von acht Kriterien beschreibt.
00:11:52: Das sind spannenderweise dieselben Kriterieren wie bei substanzgebundenen Abhängigkeiten also Toleranzentwicklung Entzug zum Tumor bei Arbeitsabstinenz Stummungsregulation über die Arbeit Kontrollverlust.
00:12:05: und das ist ja jetzt nicht irgendwie ein ausgedachter provokanter Vergleich sondern das sind dieselben Gehirnmechanismen.
00:12:10: Und ich frage meine Klienten oft ziemlich direkt, arbeitest du gerade weil du willst?
00:12:15: Oder arbeitst du, weil du ohne das Arbeiten dich unruhig unzufrieden oder wie auf Entzug führst.
00:12:22: Ja meistens kommt dann erst mal eine lange Pause und es hört aber auch nicht beim Arbeitsverhalten auf.
00:12:27: also außer dass ich nicht mehr happy bin.
00:12:29: mit all den Dingen mit dem Status quo hat das natürlich auch noch andere negative Folgen.
00:12:33: diese Dopaminfalle und zwar ein überstimuliertes Dopaminsystem verzerrt auch Entscheidungen.
00:12:40: Wenn das System permanent nach dem nächsten Kick sucht, bewertet es Neuheit automatisch höher.
00:12:46: Und neue Projekte wirken aufregend.
00:12:48: Neue Ideen fühlen sich gut an und neue Möglichkeiten kreieren sofort Energie.
00:12:54: Das kann natürlich gut sein, man kann sich auch noch innere Führung anfühlen aber oft ist es das Dopaminsystem dass auf Neuheitskick reagiert und eben nicht eine klare strategische wertbasierte Entscheidung.
00:13:08: Wenn ich immer wahllos die neuen Dinge annehme und zu einem Projektenjahr sag, die einen neuen Kick verschaffen können, könnte ich mich eventuell überschätzen.
00:13:17: Und es erklärt warum Unternehmer in bestimmten Phasen auch Projekte annehmen, die sie eigentlich nicht wollten?
00:13:22: Warum Grenzen setzen dann eben auch so Schwerfeld oder Neinsagen?
00:13:25: Weil neinsagen bedeutet ja einen möglichen Kick liegen zu lassen!
00:13:30: So bauen diese Leute auch immer mehr Dinge auf aber fühlen sich irgendwie innerlich immer leerer.
00:13:35: Und ich sitze mit so vielen erfolgreichen Unternehmern, die sagen ... Hallo Frau Trensche.
00:13:41: Ich muss Ihnen was sagen?
00:13:42: Ich habe leider ja die Woche wieder drei Projekte angenommen und zwei Unternehmen gegründet.
00:13:47: Obwohl wir wegen meines Burnouts daran arbeiten, dass sich eigentlich reduziere.
00:13:50: Ja aber irgendwie konnte ich nicht nein sagen.
00:13:52: Hm komisch!
00:13:54: Das ist derselbe Mechanismus der wirkt wenn der Suchtpatient quasi zu Therapie kommt und sagt das er doch getrunken hat obwohl er zu mir kommt um trockener zu werden.
00:14:02: Und so viele beschreiben dann ja ich hab alles was ich wollte, aber ich führe irgendwie nichts mehr so richtig.
00:14:08: Und das ist ein überstimuliertes Dopaminsystem, dass für normale Lebensfreude ja einfach auch gar nicht mehr empfänglich ist.
00:14:16: und jetzt mal noch eine Ebene tiefer weil ich glaube, das gehört eben auch dazu.
00:14:20: Frage Was kompensiere Ich?
00:14:23: Weil es macht mich auf viel anfälliger für die Dopaminfalle.
00:14:27: Das heißt Die Dopamin Falle hängt sehr eng mit dem zusammen, was ich Mangeldrive nenne.
00:14:32: Dazu gibt's auch ne extra Podcast Folge.
00:14:36: Aber ganz kurz erklärt, es gibt einen Antrieb der aus Klarheit und in einem Gleichgewicht entsteht.
00:14:40: Und ein, der aus dem Gefühl kommt, funktionieren zu müssen.
00:14:43: Sonst bin ich nicht genug.
00:14:45: Ansonsten leiste ich nicht, wie er meinen Glaubenssatz mir zu verstehen gibt.
00:14:49: Wer sein Selbstwert an Leistung koppelt braucht den nächsten Erfolg ja nicht nur als Geschäftsergebnis sondern wer braucht ihn zur Selbstregulierung?
00:15:00: Als Beweis dass man noch okay ist.
00:15:02: Noch gut genug.
00:15:03: Noch wertvoll.
00:15:05: In dem Moment wird der Dopamin-Kick durch Leistung zur einzigen zuverlässigen Möglichkeit, sich kurzfristig gutzufüllen.
00:15:12: Und das ist eben der Punkt an dem Mangeldrive und Dopaminfalle sich gegenseitig verstärken und das System so dauerhaft unter Spannung halten.
00:15:19: Das Problem ist quasi dieses löcherige Gefäß!
00:15:22: Du kannst noch so viel um reingießen – es wird unten rauslaufen.
00:15:27: Du kannst auch noch so gut versuchen deine inneren Löcher mit äußeren Dingen zu kitten Aber das wird halt nie wirklich ankommen oder reichen.
00:15:36: Und du musst diese Löcher von innen füllen, die Mängel von Innen beheben und das ist ja auch ein Teil meiner Arbeit.
00:15:45: Ich hab das oft im Land so hoch gesehen also der holistischen Klinik wo ich gearbeitet habe auf Sylt.
00:15:51: Unternehmer kamen zum Fasten.
00:15:55: Der Fokus ist ja eine Fastenklinik und nach ein paar Tagen ohne die gewohnten Kicks Ohne Externe Reize, ohne Ablenkung.
00:16:05: Also auch Weglassen von Zuckerkoffein sind ja auch kurze Kicks.
00:16:08: Kam plötzlich die Themen hoch und auch Gefühle, die jahrelang wegfunktioniert wurden waren.
00:16:14: Eine Schöpfung, die man nicht mehr wegoptimieren konnte.
00:16:20: Dann kamen halt Fragen auf, die ich vorher lieber nicht gestellt hatte.
00:16:24: Fast ein Enzit im Gehirn buchstäblich die Mitte.
00:16:27: Inhalte zu überdecken weniger schnelles Dopamin, weniger Belohnungsrauschen und was dann darunter liegt kommt eben hoch.
00:16:36: Und das ist natürlich unangenehm.
00:16:38: aber gleichzeitig auf der erste ja wirklich ehrliche Blick auf sich selbst.
00:16:44: seit Jahren fasten es also auch Dopaminreduktion Aber auch eben oft Offenlegung der inneren Themen und Löcher im Gefäß.
00:16:51: die werden dann sichtbar.
00:16:53: Deshalb in der holistischen Arbeit ist Fasten auch ein spannendes Modul.
00:16:57: Dazu wird es sicherlich auch in Zukunft noch mal eine gesunde Folge geben.
00:17:01: Das heißt, wir sind ja hier im Bereich Minimalismus fast ein Weglassen von Dingen.
00:17:06: Aber wir sind immer in der Tendenz mehr oben drauf zu packen und unser Leben noch mehr zu füllen.
00:17:11: Und manchmal ist das eben die Reduktion wenn ich mein Bewältigungsverhalten weglasse sei es das Maschen, sei es der Wein am Abend, sei sie die Zigaritte, sei dass viele arbeiten Wenn ich's weg lasse wird das Loch erst sichtbar.
00:17:24: Das heißt, wir müssen diese Dinge auch manchmal einfach in der Therapie oder im Coaching weglassen konsequent.
00:17:31: Weil dann sehen wir, worum es eigentlich geht?
00:17:34: Was wird gekittet und wo müssen wir sozusagen rein und ran?
00:17:38: So was kannst du jetzt damit anfangen mit diesen theoretischen Dingen?
00:17:42: Also erstens schau dir mal an vielleicht, woher dein Dopamin täglich kommt.
00:17:47: also ganz konkret wovon lebt ein System?
00:17:50: Nachrichten checken, Social Media, der nächste Abschluss.
00:17:53: Das nächste Projekt Anerkennung von außen.
00:17:56: Deine Zähne als Pressi am Tag oder deine Gummibärchenwürmchen was auch immer es ist Wie viel ist quasi einfach Stimulation um das System im Laufen zu halten?
00:18:07: Um der Dopaminschwelle gerecht zu werden?
00:18:10: dazu zählt auch ich beschein mich mit Musik man gehe ich dann eigentlich mal in die stille und dass ist letztendlich die erste Bestandsaufnahme Und die meisten haben sich das noch nie so wirklich bewusst angeschaut.
00:18:20: Wo beschalle ich mich einfach nur?
00:18:22: Wo konsumiere ich, um meinem Supermine-Level gerecht zu hören?
00:18:26: Genauso wie mit dem Koffein.
00:18:28: Es wird irgendwie schleichend immer mehr ... Das kenne ich auch nach dem Fasten.
00:18:32: Verzichte ich dann eine Zeit auf Koffeen und sag, Mensch, fühlt sich so viel besser an.
00:18:35: Ich brauche es gar nicht mal, um fit und wach zu sein!
00:18:38: Und irgendwie schleicht sich dann doch wieder ein.
00:18:39: Dann ist es eine Tasse alle vier Tage.
00:18:41: Und irgendwie werden die Abstände dann doch immer enger.
00:18:44: und dann braucht es immer mehr.
00:18:47: Zweitens Reizreduktion, das ist kein Wellnessbonus für wenn man mal Zeit hat oder mal ein nettes Retreat im Landsof macht sondern das System braucht Phasen täglich in denen die Schwelle wieder sinken kann täglich am besten.
00:19:05: oder eben auch mal einen Wochenende ohne Handy, ohne Stimulation, ohne vollgepackten Kalender oder den Abend an dem du immer nicht optimierst nichts produzierst oder konsumiert.
00:19:17: Also die Form ist dabei egal, es geht darum regelmäßig zu sein und wie die Forschung zeigt kann das System sicher tatsächlich rekalibrieren.
00:19:25: Es braucht Zeit aber es geht so eben immer mal wieder in die Ruhe zu gehen, in die Stille zu gehen und dann auch drittens vielleicht die kleinen Dinge wieder reinzulassen.
00:19:34: wenn man dann soweit ist also nach der Stille fängst du vielleicht automatisch wieder an kleine Dinge mehr zu integrieren.
00:19:41: auf Sylt war das bei mir der Strandspaziergang der dann wieder echte Erfüllung gebracht hat.
00:19:45: Aber es ging eben nur, weil das System wieder für still empfänglich war und der Spaziergang ... Der war ja immer da!
00:19:53: Dann hab ich vielleicht auch vorher ab und zu gemacht aber die Fähigkeit ihn zu fühlen war halt einfach vorher weg.
00:19:59: Und es gilt irgendwie für alles Gute Gespräche Essen Bewegungen in der Natur Einfach mal sitzen In Verbindung sein mit anderen Menschen.
00:20:07: Also das Problem ist nicht dass diese Dinge nicht mehr schön sind sondern Das Problem ist, dass die Schwelle einfach so hoch liegt, dass sie nicht mehr ankommen können.
00:20:17: Meditation da auch eine super Tour um in die Stille zu gehen.
00:20:20: Einfach ins Nichts oder starte die Weiße Wand an für zehn Minuten reduziert den Mental Load im Kopf.
00:20:27: also ich finde am besten tatsächlich erst mal Mental Load reduzieren, zehn Minuten weiße Wand anstehen und danach meditieren.
00:20:35: das muss nicht kompliziert sein.
00:20:36: Meditation es reicht doch einfach sitzen Augen zu schauen was kommt Nichts wegschieben, beobachten.
00:20:44: Natürlich wird er auch erst mal keine Stille sein und erwartet das nicht, sondern nimmt alle Gedanken und Emotionen bewusst an und lasst sie dann weiterziehen.
00:20:55: Auch wenn erstmal ein Sturm aufzieht ... Irgendwann wird es leiser oder gehen die Natur.
00:21:01: Sei alleine!
00:21:03: Weil weniger Musik sucht es nichts.
00:21:05: Also such dir Ruhe.
00:21:08: Unterstimulier dich Und wenn du Bock hast, schau mal tiefer als kleines Add-on.
00:21:16: Denn in der tieferen Arbeit, auch wenn ich mit Klienten arbeite, da schauen wir ja natürlich auf die Wurzeln, welche inneren Antreiber halten denn vielleicht mein Nervensystem auch dauerhaft aktiv?
00:21:27: Also welche Stimmen erlauben mir vielleicht gar nicht ins Nichts zu gehen und in die Ruhe zu gehen unabhängig von meiner Dopaminschwelle?
00:21:34: Ja also was passiert in dir, wenn du mal wirklich nichts leistest Wenn du nichts tust, nichts Sinnhaftes, nichts produktives?
00:21:43: Diese Fragen brauchen auch Tiefe und Raum.
00:21:46: Die lassen sich oft nicht allein durch die Reizreduktion beantworten, also die drei Punkte, die wir hier genannt haben sind ein guter Anfang bezüglich der Dopaminschwelle.
00:21:56: aber manchmal wird dir das innerlich nicht erlaubt weil es eben Stimmen gibt, Anteile gibt, Kritikeranteile, die sagen du darfst es nicht.
00:22:08: Weil so dann kühlt es eben tiefer hinzuschauen, weil sonst wirst du nie in die Ruhe überhaupt kommen.
00:22:15: Es wird dir nie erlaubt sein für weniger mehr zu empfinden, weil weniger ja dann gar nicht erlaubtest oder das Ziel ist.
00:22:24: Ich hoffe, du konntest so ein paar Impulse für dich mitnehmen, die du jetzt hoffentlich auch direkt anwenden kannst.
00:22:30: und am besten ist... ich weiß wie sehr wir uns und wie leicht wir uns selbst sabotieren!
00:22:34: Am besten du spurst noch mal zurück hörst dir die Punkte nochmal an schreibst du dir vielleicht irgendwo auf Weil ich bin mir sicher, du wirst Wege finden.
00:22:44: Das Ganze zu vermeiden und dich wieder schönzustimmulieren.
00:22:48: Schön höher schneller weiter um die Übungen nicht zu machen das kenne ich nur allzu gut für meinen Kunden.
00:22:53: deshalb sage ich sie nochmal überleg mal wirst du noch einmal zurückgehen wirst dir die Dinge aufschreiben und wirst auch ein bisschen mehr Verbindlichkeit reinholen.
00:23:00: Und auch die Frage was heißt es konkret für mich?
00:23:03: Was möchte ich oder was kann Ich reduzieren und dann nicht mit allem gleichzeitig anfangen sondern mit Vielleicht drei Dinge am Tag, die du umsetzen möchtest.
00:23:12: Und wenn du das dann lang genug gemacht hast ... Lang genug?
00:23:16: Ich sag mal zwei-drei Monate!
00:23:18: Dann fühl mal rein wie fühlen sich jetzt die kleinen Dinge an?
00:23:22: und gibt's da vielleicht schon einen Unterschied?
00:23:24: oder muss ich jetzt noch in andere Bereiche reinschauen?
00:23:29: Da bin ich auch gespannt, freu mich immer jederzeit über Feedback.
00:23:33: Schreib mir gerne bei LinkedIn, wenn du dazu erste Beobachtungen gemacht hast.
00:23:38: Ansonsten freue ich mich bis zu uns zum nächsten Podcast von wiederholen.
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